Es ist Hochsommer. Die Theke ist voll mit Erdbeerplunder, das Team plant Urlaube und Weihnachten fühlt sich an wie ein anderes Universum. Genau jetzt passiert aber etwas, das die meisten Betriebe erst im November bemerken. Die wichtigsten Entscheidungen für das vierte Quartal fallen in diesen Wochen, ob man sie bewusst trifft oder nicht.
Denn wer im Sommer nichts entscheidet, hat auch entschieden.
Nur eben für die teure Variante. Für den leergefischten Bewerbermarkt im Oktober, die Bestellmengen auf Zuruf und die Aushilfe, die am ersten Adventswochenende unvorbereitet an der Theke steht.
Drei Entscheidungen stehen jetzt an. Schauen wir sie uns der Reihe nach an.
Wer verkauft euren Stollen?
Die besten Saisonkräfte für das Weihnachtsgeschäft sind nicht im November zu haben. Sie sind dann längst vergeben. Studierende, Wiederkehrer aus dem Vorjahr, Aushilfen aus der Nachbarschaft. Wer sie haben will, spricht sie an, bevor es alle anderen tun. Einzelhandel, Gastronomie und Logistik fischen im selben Teich und der Teich wird ab September sichtbar leerer.
Der Sommervorsprung heißt hier, jetzt die Bedarfe je Filiale durchzurechnen. Wie viele Köpfe fehlen im Dezember wirklich, nicht nur wie viele Stunden? Dazu die Wiederkehrer aus dem letzten Jahr aktiv anschreiben und die Stellenanzeigen schon jetzt live nehmen, solange die Konkurrenz noch im Ferienmodus ist. Mit match seht ihr im Funnel sofort, ob genug Bewerbungen reinkommen und könnt im August nachsteuern statt im November zu improvisieren.
Wie viel backt ihr?
Stollen, Lebkuchen, Spekulatius. Die Mengen für das Weihnachtsgeschäft entscheiden sich lange vor dem ersten Advent, über Rohstoffe, Verpackung, Produktionsfenster und Tiefkühlkapazität. Wer hier auf Bauchgefühl setzt, zahlt doppelt. Entweder mit Retouren im Januar oder mit leeren Regalen am 20. Dezember, wenn die Marge am höchsten wäre.
Die bessere Grundlage liegt in euren eigenen Zahlen. Was ist letztes Jahr wirklich über die Theke gegangen, je Filiale, je Woche, je Artikel? Welche Filiale hat zu viel bestellt, welche war zu früh ausverkauft? Mit insights holt ihr euch die vergangene Saison in Minuten auf den Schirm und plant die Mengen auf Basis von Fakten statt Erinnerung. Das Ergebnis ist keine Glaskugel, aber ein Plan, der deutlich näher an der Realität liegt als so wie immer plus zehn Prozent.
Wer erklärt der Aushilfe die Kasse?
Die dritte Entscheidung ist die unsichtbarste. Wie kommen die neuen Saisonkräfte eigentlich rein in den Betrieb? In vielen Filialen läuft das nach dem Prinzip lauf erstmal mit. Ausgerechnet in den Wochen, in denen niemand Zeit hat, jemanden mitlaufen zu lassen.
Dabei lässt sich Einarbeitung vorbereiten wie eine Bestellung. Einmal sauber aufsetzen, dann skaliert sie. Kassenablauf, Warenkunde für das Saisonsortiment, Schichtübergabe. All das als kurze Lerneinheiten in match, die jede neue Kraft vor dem ersten Arbeitstag auf das Handy bekommt. Die Filialleitung spart in der stressigsten Zeit des Jahres genau dort Zeit, wo sie am knappsten ist. Und die Aushilfe steht am ersten Adventssamstag nicht verloren an der Theke, sondern weiß, was zu tun ist.


